| Frage Nr. 7 - Qualitätssicherung |
● Bildung ist wachsender seelischer Reichtum. Gerhard von Mutius, (1872 - 1934) |
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| Frage Nr. 7 - Qualitätssicherung |
Welche Maßnahmen zur Qualitätssicherung sowie Qualitätsentwicklung müssen in den nächsten fünf Jahren ergriffen werden (z.B. Hochschuldidaktik)? Welche obliegen insbesondere den Hochschulen und welche dem Land NRW?
Hier die Antworten der Parteien:CDU Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen wurden lange Zeit durch staatliche Bevormundung an der kurzen Leine geführt und somit der Entfaltung ihrer Potentiale und Chancen beraubt. Durch eine grundlegende Reform des Hochschulrechts wurde ab 2005 die vorherrschende Exzellenz- und Qualitäts-Verhinderungspolitik beseitigt und erreicht, dass die Hochschulen mehr Gestaltungsfreiheit und Autonomie haben als in jedem anderen Bundesland. Hochschulfreiheitsgesetz und Studienbeiträge haben die Steigerung der Qualität in Lehre und Forschung ermöglicht. Eine Politik, die den Hochschulen Freiheit und Autonomie bietet, ist die beste Maßnahme für Qualitätssicherung und -entwicklung.
SPD Wir wollen als Landesregierung wieder starker mit den Hochschulen zusammenarbeiten. Wir wollen uns auf gemeinsame Qualitatskriterien verstandigen, die dann Grundlage eines neuen Berichtswesens werden sollen. Nur so können wir sicherstellen, dass die Qualitatskriterien, die uns gemeinsam wichtig sind, auch von den Studierenden an allen Hochschulen des Landes eingefordert werden können. Eines der wichtigsten Kriterien in diesem Zusammenhang ist natürlich die Qualität der Lehre. Wir wollen, dass gute Lehre, wie die Forschung auch, ein wichtiges Profilierungsmerkmal der Hochschulen wird. Wir wollen Anreize setzen, die es fur Hochschulen attraktiver machen, sich wieder starker der Qualitat der Lehre zuzuwenden. In diesem Zusammenhang müssen die Betreuungsrelationen zwischen wissenschaftlichem Lehrpersonal und Studierenden, u.a. in den Geistes- und Sozialwissenschaften, verbessert werden. Wir wollen, dass das Beratungsangebot fur Studierende an den Hochschulen verbessert wird und dass Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer auch didaktisch qualifiziert werden. Deshalb werden wir die hochschuldidaktische Weiterbildung als Pflichtaufgabe an allen Hochschulen des Landes ausbauen. Zur Qualitatssicherung werden wir ein Netzwerk der hochschuldidaktischen Einrichtungen aufbauen.
GRÜNE Wir GRÜNE haben bereits im Jahr 2008 in unserem Antrag "Qualität der Lehre verbessern - Hochschuldidaktik stärken (Landtagsdrucksache 14/6960)" ein Konzept zur Weiterentwicklung der Hochschuldidaktik gefordert. Ziel muss es u.a. sein, die hochschuldidaktische Forschung zu stärken, die hochschuldidaktischen Zentren auszubauen und besser zu vernetzen und vor allem auch die hochschuldidaktische Fortbildung für alle Lehrenden verbindlicher zu gestalten. Darüber hinaus müssen hochschuldidaktische Qualifikationen bei der Personalentwicklung an den Hochschulen - vor allem bei der Berufung von ProfessorInnen - ein stärkeres Gewicht bekommen als heute.
FDP Die kontinuierliche Verbesserung der Lehre ist ein wichtiger Schwerpunkt der liberalen Hochschulpolitik. Aus diesem Grund hat das liberal geführte Wissenschaftsministerium der Qualitätsentwicklung und -sicherung für Studium und Lehre in den aktuellen Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den nordrhein westfälischen Hochschulen eine hohe Bedeutung zukommen lassen. Zu den hierbei eingesetzten Qualitätsmessinstrumenten gehören beispielsweise die Implementierung dauerhafter Verfahren zur Beobachtung des Studienverlaufes und zur Erforschung des Verbleibs und des Erfolgs der Absolventen am Arbeitsmarkt, studentische Lehrveranstaltungsbewertungen und gezielte Unterstützungsprogramme für die Studieneingangsphase. Darüber hinaus begrüßt die FDP NRW, dass Bund und Länder im Rahmen der Neuauflage der Exzellenzinitiative als neues Kriterium in der dritten Förderlinie (sog. Elite-Unis) die Bewertung der Lehre als neues Kriterium eingeführt haben. Die FDP NRW begrüßt die Ankündigung des Wissenschaftsministers Andreas Pinkwart, die Unterstützung der Bewerbungen von nordrhein-westfälischen Universitäten bei der Neuauflage der Exzellenzinitiative von Erfolgen in der Lehre abhängig zu machen. Die Universitäten müssen ein Zukunftskonzept für exzellente Lehre vorlegen und Fortschritte bei der Verbesserung von Studium und Lehre nachweisen.
DIE LINKE Für uns muss die „Freiheit“ der Hochschulen beendet werden, in der sich Privatfirmen durch Qualitätsmanagement die Taschen voll machen. Wirkliche Qualitätsicherung erreichen wir durch Stärkung der studentischen Mitwirkung und der Mitsprache auf gleicher Ebene. Evaluationen müssen ernst genommen werden und nicht nach Ausfüllen der Bögen in der Mottenkiste verschwinden. Wir werden uns dafür einsetzen, bundesweite Hochschuldidaktische Fachtagungen zu schaffen, indem der Dialog aller Mitglieder einer Hochschule im Vordergrund steht.
FAMILIE Hier gilt es in selbstverpflichtende und vorgeschriebene Maßnahmen zu unterscheiden. Leistungsmessung ist wichtig, auch und gerade für die Lehrenden. Leider führt Qualitätssicherung (nicht nur im Hochschulbereich) zu mehr Bürokratie, aber nicht immer zu mehr Qualität. Bei vorgeschriebenen Maßnahmen ist die Gefahr besonders groß, nur dem Buchstaben des Gesetzes Genüge zu tun, aber nicht wirklich inhaltlich dahinter zu stehen. Im Hinblick auf die doppelten Abiturjahrgänge halten wir eine Ausweitung des Studienangebotes sowie weitere Dozentenstellen für sinnvoll.
PIRATEN Zu diesem Thema gibt es innerhalb der Piratenpartei noch Diskussionen und keine Parteimeinung. Wir freuen uns über jeden Interessierten der zu diesem Thema mit uns in den Diskurs eintritt.
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